Das Projekt Raus aus der Ohnmacht – rein in die Aktionskunst! der Radikalen Töchter gUG ist ein innovatives Workshop-Format, das Menschen in ländlichen und ostdeutschen Regionen zur kreativen politischen Teilhabe befähigt.
Raus aus der Ohnmacht – rein in die Aktionskunst!
In 20 Workshops lernen Teilnehmende, ihre Wut in Mut und öffentlich sichtbare Aktionskunst zu verwandeln – unterstützt durch künstlerische Methoden, politische Bildung und Empowerment. Ziel ist es, Ohnmacht zu überwinden und gesellschaftliche Themen selbstbewusst auf kreative Weise in den öffentlichen Raum zu tragen. Das Projekt wirkt nicht nur auf die Einzelnen, sondern inspiriert ganze Netzwerke, demokratische Gestaltung neu zu denken. So entsteht eine kraftvolle Bewegung aus der Mitte der Gesellschaft heraus – mit Kunst als Werkzeug des Wandels.
“Durch kreative Formate, durch wirkliche Beteiligung, machen die Radikalen Töchter Menschen wieder handlungsfähig. Sie stärken das Vertrauen in die eigene Stimme und in die Kraft des Gemeinsamen.”
Dr. Gregor Gysi
Frau Leonard, Ihr Ansatz ist es, gerade dort aktiv zu werden, wo gesellschaftliche Spannungen besonders spürbar sind – was war für Sie dabei bisher der eindrücklichste Moment oder die größte Herausforderung?
Mit unseren Workshops gehen wir dahin, wo Menschen häufig eine ganz andere Meinung zu polarisierenden Themen wie Klimaschutz, Kulturpolitik oder Gender-Fragen haben. Sich zu begegnen mit dem Wissen um unsere Unterschiede, das braucht Mut. Jedes Mal wieder, bei jedem Workshop. Besonders eindrücklich war ein Workshop in einer Kleinstadt bei Dresden: eine Klasse junger Männer, nicht freiwillig da, voller Vorbehalte uns gegenüber. Doch durch echtes Interesse und gemeinsames Arbeiten entstand Vertrauen. Am Ende wollten sie selbst eine Kunstaktion starten. Es bleibt eine Herausforderung, sich als Menschen zu begegnen, ohne gleich Vorurteile übereinander zu haben, sondern neugierig zu bleiben. Und gleichzeitig als Trainerinnen klare Grenzen zu setzen gegen Hass und Hetze.
Welche langfristige Wirkung wünschen Sie sich, dass Ihr Projekt in der Gesellschaft entfaltet?
Unsere Vision: eine lebendige und vielfältige Demokratie, in der alle zählen. Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der alle Menschen mutig mitmachen. Eine Gesellschaft, die Vielfalt als Stärke sieht, Konflikte als Chancen versteht und die Zukunft aktiv gestaltet. Für eine starke und selbstkritische Demokratie.
Welche Unterstützung – abgesehen vom Preisgeld – ist für Ihre Arbeit besonders wertvoll?
Für unsere Arbeit ist vor allem Sichtbarkeit, der Aufbau langfristiger Kooperationen und finanzielle Unterstützung wertvoll. Gerade in der aktuellen Zeit zeigt sich immer deutlicher, wie entscheidend eine stabile und widerstandsfähige Finanzierungsstruktur ist. Besonders wichtig sind dabei Menschen, die sich dauerhaft mit uns verbinden: durch monatliche Spenden, ihr Wissen oder ihre Ressourcen und so ermöglichen, dass wir unsere Arbeit unabhängig und nachhaltig fortsetzen können.
"Das Projekt Raus aus der Ohnmacht – rein in die Aktionskunst! des Trägers Radikale Töchter gUG setzt sich dafür ein, politisches Mitwirken neu zu gestalten – mutig, kreativ und nah an den Menschen. Die Radikalen Töchter erreichen besonders jene, die sich von politischen Prozessen entfremdet oder abgeschnitten fühlen, und schaffen Räume, in denen Austausch, Orientierung und Mitgestaltung wieder möglich werden. Gerade in ländlichen Regionen gelingt es ihnen, Menschen ins Gespräch zu bringen – auf Augenhöhe und mit spürbarer Wirkung.
Besonders beeindruckt hat uns ihr Ansatz: Die Radikalen Töchter gehen gezielt dorthin, wo gesellschaftliche Spannungen spürbar sind. Sie hören zu, lassen Emotionen wie Wut zu und geben dem Ausdruck, was viele oft nur im Stillen mit sich tragen. Mit kreativen Formaten und echter Beteiligung machen sie Menschen wieder handlungsfähig und stärken ihr Vertrauen in die eigene Stimme.
Dass dieses Projekt mit so viel Klarheit, Energie und Haltung vorangetrieben wird, hat uns als Jury besonders überzeugt. Die Radikalen Töchter zeigen, dass Veränderung möglich ist, wenn man sich einbringt – gemeinsam, laut und mit Gefühl. Sie machen Mut, neue Wege zu denken und gesellschaftlichen Einsatz neu zu leben."
– Michi Beck, Dr. Gregor Gysi, Diana Kinnert, Minh-Khai Phan-Thi, Benjamin von Stuckrad-Barre
Hier gibt es weitere Informationen zu den Radikalen Töchtern und dem Projekt Raus aus der Ohnmacht – rein in die Aktionskunst!








