Das Projekt k:onnekt Chancenwerkstatt vom kaethe:k Kunsthaus und der Gold-Kraemer-Stiftung ist ein innovatives Qualifizierungsprojekt für junge Künstler:innen mit Behinderung, das ihnen den Zugang zur Kultur- und Kreativwirtschaft eröffnet.
Chancenwerkstatt
Durch Matchmaking, Mentoring, Hospitationen und eine zweitägige Chancenwerkstatt sammeln die Teilnehmenden des Projekts praktische Erfahrungen und knüpfen relevante Branchenkontakte. Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum CREATIVE.NRW und Unternehmen aus NRW werden barrierearme Wege in kreative Berufsfelder wie Design, Bühnenbild oder Medienproduktion entwickelt. Das Projekt stößt einen dringend nötigen Strukturwandel an: für mehr Inklusion, Diversität und Chancengleichheit in der Kreativbranche. Es ist ein Modellprojekt mit bundesweiter Strahlkraft und setzt gezielt auf Sichtbarkeit, Transfer und Verstetigung.
“Die Chancenwerkstatt hat Vorbildcharakter für alle inklusiven Projekte in Deutschland.”
Michi Beck
Frau Schmitt, Sie sind die Leitung des kaethe:k Kunsthauses und mit dem Projekt k:onnekt Chancenwerkstatt schaffen Sie einen Raum, in dem kreatives Talent ernst genommen und weiterentwickelt wird. Was haben Sie schon an besonderen künstlerischen oder persönlichen Entwicklungen erlebt?
Im kaethe:k erleben wir seit fünf Jahren, wie sich künstlerisches Talent in Selbstbewusstsein, Professionalität und gesellschaftliche Teilhabe verwandelt.
Wenn kreative Menschen unter professionellen Bedingungen arbeiten können, entstehen eigenständige künstlerische Positionen von hoher Qualität. Darin unterscheiden sich Kreative mit Behinderung nicht von Kreativen ohne Behinderung. Viele der kaethe:k Künstler:innen haben inzwischen beeindruckende Schritte vollzogen – von ersten Atelierarbeiten hin zu eigenständigen Werkserien, Ausstellungen, Kooperationen und Aufträgen. Diese Entwicklung stärkt ihr Selbstverständnis als aktive Gestalter:innen des kulturellen Lebens. Aus Unterstützung wird Eigenständigkeit, aus Förderung eine professionelle Haltung. k:onnekt Chancenwerkstatt setzt hier an: Es baut auf unserer bisherige Arbeit auf und eröffnet neue Wege, künstlerische Kompetenz als Arbeitskompetenz in der Kreativwirtschaft sichtbar und wirksam zu machen.
Welche langfristige Wirkung wünschen Sie sich, dass Ihr Projekt in der Gesellschaft entfaltet?
Langfristig soll k:onnekt dazu beitragen inklusive Zugänge zur Kultur- und Kreativwirtschaf zu schaffen. Die Kompetenzen von Kreativen mit Behinderung sollen nicht länger als „Sonderfall“, sondern als gleichwertiger Bestandteil einer vielfältigen Arbeitswelt gelten. Mit dem Projekt möchten wir Strukturen verändern und Barrieren abbauen, damit inklusive Beschäftigungswege selbstverständlich werden. Wenn unsere Teilnehmer:innen reale berufliche Perspektiven entwickeln und Mentor:innen aus der Kreativwirtschaft ihrerseits neue Sichtweisen gewinnen und in ihre Teams tragen, wäre ein nachhaltiger Wandel angestoßen.
Welche Unterstützung – abgesehen vom Preisgeld – ist für Ihre Arbeit besonders wertvoll?
Für unsere Arbeit ist neben finanzieller Unterstützung vor allem Zugang zu Netzwerken, Expertise und Sichtbarkeit wertvoll. Der Austausch mit Unternehmen, die Offenheit für neue Beschäftigungsmodelle zeigen, ist ebenso wichtig wie mediale Aufmerksamkeit für die Themen berufliche Teilhabe und Inklusion in der Kulturarbeit. Unterstützung durch unsere Trägerin Gold-Kraemer-Stiftung, durch Plattformen wie die unseres Kooperationspartners CREATIVE.NRW, Mentoring und Know-how-Transfer oder öffentliche Kommunikation hilft uns, nachhaltige Allianzen zu knüpfen. Jede Verbindung, die Wissen, Erfahrungen und Kontakte bündelt, trägt entscheidend dazu bei, das Bewusstsein für inklusive Potenziale in der professionellen Arbeitswelt zu stärken.
"Die k:onnekt Chancenwerkstatt des Trägers kaethe:k Kunsthaus / Gold-Kraemer-Stiftung setzt sich dafür ein, Menschen mit Behinderung künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten und echte Perspektiven für ein selbstbestimmtes (auch berufliches) Leben zu eröffnen. Wer kreatives Talent mitbringt, findet hier einen verlässlichen Raum zur Entfaltung – mit Ernsthaftigkeit, Wertschätzung und Verbindlichkeit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erleben, dass ihr Beitrag zählt und ihre Fähigkeiten gesehen werden.
Besonders beeindruckt hat uns der ganzheitliche Ansatz der Chancenwerkstatt: Es geht nicht allein um kreatives Arbeiten, sondern um umfassende soziale Begleitung, um Alltagserfahrungen und um echte gesellschaftliche Teilhabe. Die Chancenwerkstatt begegnet den Menschen auf Augenhöhe, nimmt sie ernst – und geht gemeinsam mit ihnen neue Wege.
Dass dabei auch aktuelle Themen wie Gaming oder Anforderungen eines immer mehr digital werdenden Arbeitsmarktes aufgegriffen werden, unterstreicht die Aktualität und Innovationskraft des Projekts. Hier wird Inklusion nicht nur neu gedacht, sondern mutig, kreativ und lebensnah gestaltet."
– Michi Beck, Dr. Gregor Gysi, Diana Kinnert, Minh-Khai Phan-Thi, Benjamin von Stuckrad-Barre
Hier gibt es weitere Informationen zum kaethe:k Kunsthaus und dem Projekt k:onnekt Chancenwerkstatt.








